Für eine Gesellschaft, die zusammenhält

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Für eine Gesellschaft, die zusammenhält

Nach dem deutlichen Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben die großen christlichen Kirchen gemeinsam Stellung bezogen. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Heiner Wilmer, und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Reverend Christopher Easthill, äußern sich besorgt über die Folgen des Wahlergebnisses für das gesellschaftliche Miteinander und die freiheitlich-demokratische Grundordnung.

Nach dem vorläufigen Ergebnis erreichte die AfD 43,8 Prozent der Stimmen und wurde damit mit deutlichem Abstand stärkste Kraft. Eine Mehrheit der Sitze im Landtag verfehlte sie. Neben ihr sind CDU, SPD, Grüne, Linke und BSW im neuen Landesparlament vertreten. Der Landesverband der AfD wird vom Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.

„Schlimme Befürchtungen sind wahrgeworden, aber das Ergebnis ist zu akzeptieren“, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme der Kirchen. Zugleich fordern Fehrs, Wilmer und Easthill die Wahlsieger auf, Landesverfassung und Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen zu wahren – unabhängig von Herkunft, Religion, Lebensweise, Leistung oder gesellschaftlicher Position.

Die Kirchen kündigen an, das politische Handeln der künftigen Landesregierung kritisch zu begleiten. „Wir werden nicht wegsehen und wir werden nicht schweigen, wenn die Würde des Menschen verletzt, unsere Demokratie aufs Spiel gesetzt oder der Rechtsstaat ausgehöhlt wird.“

Das Wahlergebnis zeige zugleich, wie groß Unzufriedenheit und Vertrauensverlust seien. Dem stellen die Kirchen das Engagement der vielen Menschen gegenüber, die sich im Alltag umeinander kümmern, Verantwortung übernehmen und das Gemeinwesen tragen. Ihre Zuversicht und Hilfsbereitschaft gelte es sichtbar zu machen und zu stärken.

Eine besondere Bedeutung messen die Kirchen Orten der Begegnung, des Dialogs und der Verständigung bei. Auch Kirchengemeinden könnten solche Räume schaffen und damit zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen.

„Zusammen werden wir weiter arbeiten für eine Gesellschaft, die zusammenhält – in Verantwortung vor Gott und den Menschen.“

Zur Stellungnahme

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