Wie das Wort Buße hat auch Umkehr seinen hebräischen Wortursprung in der Silbe schub, die mit umkehren übersetzt wird.

Umkehren bedeutet einen vollständigen Richtungswechsel und – ähnlich wie Buße – eine Neuorientierung. Dieser Neuorientierung voraus geht die Einsicht in einen Fehler, in eine falsche Entscheidung oder in eine lebensfeindliche Haltung.

Biblisch hat Umkehr mit dem Eingeständnis einer Schuld und tätiger Reue zu tun. Dabei wird Schuld vor allem als eine Abkehr von Gott verstanden.

Nach christlichem Verständnis bedarf es des Versöhnungshandelns Gottes selbst in Christus, damit der Mensch aus Gnade im Glauben den richtigen Weg einschlagen kann.

Aus der jüdischen Tradition ist das Wort bekannt „Das Geheimnis der Erlösung ist Erinnerung“. Oder anders gesagt: Umkehr in tätiger Reue setzt die Konfrontation und Auseinandersetzung mit Schuld voraus.

Dieses Prinzip der Konfrontation mit einem Irrweg mag in der Reformation leitend gewesen sein, als Martin Luther von der Kirche der Reformation als einer sich fortwährend verändernden Kirche (ecclesia semper reformanda) sprach: Fortwährende Infragestellung und Reflexion von „Schwachstellen“ gehört nicht nur zu den Lebensäußerungen des Glaubens, sondern auch zu den Wesensmerkmalen kirchlichen Lebens.

Ulrich Helm