Die Bibel beschreibt im Rahmen der vor rund 3000 Jahren im Orient bekannten Weltbilder, dass Gott der Ursprung allen Lebens sowie auch aller unbelebten Materie ist.

Dabei versucht die Bibel nicht die historisch-naturwissenschaftliche Entstehung der Welt erklären. Das ist nicht ihr Anspruch und sie steht damit auch nicht im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Entwicklung der Arten.

Sie gibt viel mehr Antworten auf die Frage, warum es diese Welt und uns überhaupt gibt. Wir sind nicht das Produkt eines blinden chemisch-physikalischen Zufalls, sondern gewollte „Wunschkinder“ Gottes.

Es gibt nicht nur die eine biblische Schöpfungsgeschichte, sondern mindestens zwei. Sie stehen auf den ersten Seiten der Bibel im ersten Buch Mose unmittelbar nacheinander. Im Vergleich der beiden Schöpfungs“berichte“ lassen sich erhebliche Unterschiede feststellen.

Der eine (1. Mose Kap.1) beschreibt die Schöpfung als ein systematisches Geschehen in sieben. So entstehen: Himmel und Erde -Licht-Pflanzen-Tiere-Mensch.

Der andere (1.Mose Kap.2) erzählt vor allem die Paradiesgeschichte von Adam und Eva und das in der Reihenfolge: Mensch-Pflanzen-Tiere.

Diese (und andere) offensichtlichen Unterschiede deuten darauf hin, dass beide Erzählungen von vorne herein nicht als historische Tatsachenberichte gemeint waren. Sie transportieren aber Botschaften, die zum Leben helfen. Darin liegt ihr bleibender Sinn.

Der erste Schöpfungsbericht ermutigt dazu, die Gaben der Schöpfung zu gebrauchen und erlaubt dem Menschen, die Umwelt auch zu verändern und zu gestalten.
Damit war das Feld aufgetan für neue landwirtschaftliche Kulturtechniken als Grundlage für einen weiteren Entwicklungsschritt.

Der zweite Schöpfungsbericht ruft dazu auf, die Gaben der wunderbaren Schöpfung zu bewahren und begrenzt gewissermaßen damit den ersten Auftrag.

Wenn wir heute angesichts einer drohenden Klimakatastrophe von Nachhaltigkeit sprechen, dann ist genau dies damit gemeint. Der biblische Auftrag die Schöpfung zu bewahren ist das heute wichtigere Wort auf den ersten Seiten der Bibel.

Erhard Wurst