Martin Luther wurde am 10 November 1483 in Eisleben geboren. Als Jurastudent, Mönch und Theologieprofessor suchte er mit ganzer Leidenschaft eine Antwort auf die Frage: Wie kann ich vor Gott bestehen? Was erwartet Gott von mir? Wie kann ich ein gottgefälliges Leben führen?  

Luther dringt im Studium der Bibel zu der paulinischen Erkenntnis  vor, dass letztlich nicht durch die menschlichen guten Werke das Heil erlangt werden kann, sondern dass der Glaube das Entscheidende ist.

Er stellt die damalige kirchliche Praxis des Ablasshandels in Frage, formuliert 95 Thesen und fordert in Wittenberg zu einer Diskussion darüber auf.

Daraus entwickelt sich in der Konsequenz ein Reformprozess, der polarisiert und den er nur mit der Unterstützung seiner Kollegen an der Universität (Philipp Melanchthon) und seines Landesherrn (Friedrich der Weise, freilich aus politischen Gründen) bestehen kann.

Bekannt ist sein Auftreten vor dem Reichstag zu Worms („Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“), sein Aufenthalt unter dem Pseudonym Junker Jörg auf der Wartburg, seine Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache und die Reform des Gottesdienstes.

Mit seinen Schriften verbreitet sich Luthers Lehre europaweit. Er gilt als der Gründer der evangelischen Kirche, obwohl es ihm eigentlich nur um eine Neuausrichtung der einen Kirche Jesu Christi ging.

Luther heiratet Katharina von Bora und etabliert damit gewissermaßen das protestantische Pfarrhaus. Er war ein ebenso intellektueller wie volkstümlicher Mensch, ein mitreißender Prediger und einfühlsamer Seelsorger.

Luther stirbt auf einer Reise am 18. Februar 1546 in seiner Heimatstadt, in seiner Hand ein Zettel mit seiner letzten Notiz: „Wir sind Bettler, das ist wahr“.

Erhard Wurst