Die Auferstehung Jesu Christ nach dem Tod am Kreuz ist für uns Christen zentraler Glaubensinhalt. Drei Tage nach seinem Tod ist das Grab leer. Die Jünger begegnen dem auferstandenen Jesus.

Das Geschehen der Auferstehung meint dabei weder die Reanimation eines Leichnams, noch ein supranaturalistisches Wunder. Es ist ein Bekenntnis und erschließt sich allein dem Glauben.  

Die Bibel beschreibt den Vorgang nicht. Sie bezeugt nur die Folgen. Sie erzählt von radikaler Veränderung. Die Veränderung derer, denen der Auferstandene erschienen ist.

Der Auferstandene kommt den Menschen äußerlich als Unbekannter entgegen. Seine Gestalt ist unspezifisch. Seine Leiblichkeit gehört zu der Welt, die er schon hinter sich hat. Selbst die Jünger erkennen ihn nicht.

Der Schleier wird erst durchschaubar, als die Menschen vertraute Eigenschaften an ihm wahrnehmen, die ihre Beziehung mit ihm wachrufen. Erst dadurch konstruieren sie eine erinnerbare Gestalt und wissen:  Wir haben den Herrn gesehen.

Der Bekenntnisruf Der Herr ist wahrhaftig auferstanden! ist die Geburtsstunde des christlichen Glaubens.

Der entscheidende historische Sachverhalt ist nicht die Auferweckung Jesu,  sondern die Ostererfahrung der Jünger.  Auf ihrer Deutung und ihrem Zeugnis basiert die Botschaft von der Auferweckung.  

Christlicher Glaube deutet das Geschehen als gestorben / begraben / auferweckt / erschienen.  Das Begraben bestätigt den Tod,  das Erscheinen die Auferweckung. Erklärt wird nichts, doch Christen leben davon.

Neu ist an den Ostererfahrungen: Die Auferweckung ist schon einem Menschen widerfahren. Alle anderen warten noch darauf.

 „Ich glaube an die  Auferstehung der Toten“  bekennt, dass der Tod nicht das Ende ist. Mit Dietrich Bonhoeffers letzten Worten: Nicht das Ende, sondern der Beginn.

Ingrid Schröter