Bild: Gerlind Lachenicht


Die Ausstellung über das kirchliche Zwangsarbeiterlager Hermannstraße

Am 24. April 2010, dem 65. Jahrestag der Befreiung des Friedhofslagers durch die Rote Armee, eröffnete die AG NS- Zwangsarbeit Berliner Evangelischer Kirchengemeinden in Anwesenheit der Botschafterin der Ukraine, Ihrer Exzellenz Frau Natalia Zarudna und des Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses Walter Momper den neuen Ausstellungspavillon.

Sie erweitert damit die Gedenkstätte für kirchliche Zwangsarbeiter an der Neuköllner Hermannstraße um ein Informations- und Bildungszentrum.
Der Pavillon beherbergt nicht nur die Ausstellung, sondern auch zusätzliche Medien, darunter Filme, Tonbandinterviews, Zeitungsartikel, Kopien
von Dokumenten aus kirchlichen Archiven und eine kleine Präsenzbibliothek.

Besonders bemerkenswert ist ein Film, den Schüler der Evangelischen Schule Neukölln 2008 über ihre Begegnung mit dem ehemaligen kirchlichen Zwangsarbeiter Wassili Miljutin in der Ukraine drehten.

Der Pavillon eignet sich für Schul- und Konfirmandengruppen und für Projektarbeit. Auf Wunsch stehen Referenten zur Verfügung, die auch zu den beiden anderen Stationen der Gedenkstätte führen.

Während der Öffnungszeiten sind Ehrenamtliche der AG NS-Zwangsarbeit anwesend, die sich über Besuch und Gespräche freuen.

Die Ausstellung
Im Mittelpunkt der 14 Tafeln stehen zehn ehemalige kirchliche Zwangsarbeiter, die seit 2001 in der Ukraine und Russland gefunden wurden. In ihren Äußerungen spiegelt sich der Alltag als Zwangsarbeiter, ihre Erzählungen handeln von außergewöhnlichen Ereignissen.
Vier von ihnen werden portraitiert.
Ihre Lebenslinien führen bis in die Gegenwart.
Die biographischen Tafeln sind hinter der Glasfassade des Pavillons permanent zu sehen.

Die Tafeln im Inneren behandeln die Themen Krieg gegen die Sowjetunion, Zwangsarbeitereinsatz als Verbrechen, Hunger und Krankheit, Arbeit auf den Friedhöfen, Planer, Betreiber und Konzeption des Lagers, Verantwortung heute und Begegnungen mit ehemaligen Zwangsarbeitern.


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