Veröffentlicht am Di., 12. Mai. 2020 12:00 Uhr

In der Dorfkirche Britz fand am 10. Mai wieder der erste Vor-Ort-Gottesdienst seit Beginn der Coronakrise statt. Wie ist es Ihnen dabei ergangen?

Sehr gut! Dabei war ich mir vorher überhaupt nicht sicher, wie es werden würde. Aber wir haben alles getan, was im Moment eben nötig ist. Und die Menschen haben sich auch von selber sehr verantwortungsbewusst verhalten. Das, was der Situation doch einen Dämpfer aufgesetzt hat - kein gemeinsames Singen, Mundschutz, etc. - haben wir versucht musikalisch, durch Orgel, Gesang und Trompetenspiel auf der Empore aufzufangen. Und den Rückmeldungen zufolge ist es wirklich gelungen, eine fröhliche Stimmung zu verbreiten. Ich habe es genossen, endlich wieder zusammen in der Kirche zu sein und zu beten.

Wie halten Sie Kontakt zu den Gemeindegliedern, die in der aktuellen Situation nicht in die Kirchen gehen möchten oder können?

Wir - die Hephatha-Kolleginnen und ich - werden mindestens im Mai noch weiter fortfahren, für jeden Sonntag eine Hausliturgie auf die Homepage zu stellen. Auf der Webseite von Britz-Dorf werde ich außerdem weiterhin immer einen kurzen Text zum Wochenspruch schreiben. Soweit zum geistlichen Futter. Außerdem gibt es natürlich Telefonate und E-Mails und interne Besprechungen via Zoom. Vor Ostern habe ich zweimal Briefe an unsere Montags-Senioren-Gruppe verschickt, und werde das zwischen Himmelfahrt und Pfingsten auch wieder tun. Diesen Briefen habe ich auch immer ausgedruckte Versionen der eben erwähnten Hausliturgien beigelegt. Gründonnerstag hatten wir einen Musikgottesdienst mit dem Wolf-Ferrari-Ensemble, den haben wir als Livestream auf die Homepage gestellt. 

Was hat sich durch die Coronakrise in Ihrer Gemeinde verändert?

Das Gemeindehaus ist völlig verwaist. Zwei Wochen lang war ich die Einzige, die überhaupt einen Fuß hineingesetzt hat. Wenn andere kamen, dann kaum mal zur gleichen Zeit. Die Küche, die immer der lebendige Treffpunkt war, ist leer. Selbst die Geschirrspülmaschine wird nicht voll. GKR per Zoom, Senioren anrufen statt montags sehen, Homepage schreiben statt lebendige Gottesdienste planen ... das ist schon sehr anders. Wie im vollen Lauf gestoppt.  

Wie war der Start für Paul Knizewski, Ihrem neuen Kirchenmusiker?  

Lang ersehnt und erwartet, hätte er im März einen strahlenden Beginn bekommen sollen. Aber dann war sein erster Sonntag im Dienst auch der erste Sonntag ohne Gottesdienst. Unter anderen Umständen hätte er jetzt Kinder für den Kinderchor zusammentrommeln wollen - stattdessen bestellt er Noten und weiteres Material für Orgelkonzerte für Kinder. Wann auch immer wir diese Konzerte dann anbieten dürfen. Und er ist kreativ: er macht schöne Audioaufnahmen für die Homepage, sogar mit Gesang und Orgel!

Wenn die Coronakrise vorbei ist. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Auf das Singen! Nicht nur das gemeinsame Singen in den Gottesdiensten, auch meine Chorproben und mein Gesangsunterricht fehlen mir schon sehr! Und dann natürlich einfach das Zusammensitzen, gemeinsam Essen und Trinken, ohne diese Angst, einander zu nahe zu kommen. Ich hoffe, dass wir nicht alle in diesen Wochen und Monaten Berührungsängste im wahrsten Sinne des Wortes entwickeln ...

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