Veröffentlicht am Fr., 20. Mär. 2020 10:30 Uhr

Herr Henningsen, Sie sind in Quarantäne, wie geht es Ihnen?

Das Gesundheitsamt hat noch keine behördliche Quarantäne für mich ausgesprochen. Aber ich hatte Kontakt mit einem Infizierten  Menschen; deshalb hat der Kirchenkreis  eine dienstliche Quarantäne angeordnet. Das bedeutet für mich, dass ich zurzeit keine beruflichen Kontakte wahrnehme, mich aber ansonsten frei bewegen kann. Es geht mir gut. Aber ich verhalte mich natürlich extrem vorsichtig und achte sehr auf alle Vorsorgeempfehlungen. Auch mein privates Leben habe ich  komplett umgestellt, schlafe in einem gesonderten Raum und erfülle alle hygienischen Vorkehrungen, um niemanden in Gefahr zu bringen.

Wie hat sich das Gemeindeleben in Alt-Buckow geändert?

Wie alle Gemeinden mussten wir im Lauf der vergangenen Woche erst unsere Veranstaltungen und dann auch die Gottesdienste absagen. Am schwierigsten ist uns die Umstellung bei den Beerdigungen gefallen, weil das für die Menschen natürlich emotional eine besondere Belastung ist. Eine Beerdigung, die als große Trauerfeier geplant war, fand dann nur im kleinsten Familienkreis und nicht in der Trauerhalle, sondern im Garten statt. Das war schon eine große Herausforderung. Aber Pfarrer Johannes Reiff, der mich wegen der Quarantäne vertreten hat, hat das mit Bravour gemeistert.

Wie sieht das kirchliche Leben in Zeiten von Corona in Ihrer Gemeinde aus?

Unser Jugendmitarbeiter Christopher Bach plant gemeinsam mit unserem Kirchenmusiker Stefan Kunz zurzeit ein digitales Gottesdienstformat. Unter dem Titel „Impuls hören – dein Gottesdienst für zu hause“ werden die beiden – solange keine öffentlichen Gottesdienste mehr gefeiert werden können – für jeden Sonntag einen Audio-Podcast mit Wort und Musik aufnehmen, der dann über die Homepage unserer Gemeinde abgerufen werden kann. So wollen wir auch in Zeiten von Corona weiter bei den Menschen sein. Ich selbst telefoniere im Moment ausgesprochen viel, um seelsorgerlichen Bestand zu geben. Ich rufe gezielt Gemeindeglieder an, die im Krankenhaus waren oder gerade aus der Reha gekommen sind, mache ihnen Mut und sensibilisiere sie, gut auf sich zu achten. Besonders stolz bin ich auf die jungen Erwachsenen hier in Alt-Buckow: sie schauen sich im Gemeindegebiet um, wo Menschen in der aktuellen Situation Unterstützung benötigen und bieten diese dann ehrenamtlich an.

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